Die Ortsplanungsrevision startete 2015 die Grundlagenarbeit für das Baureglement und den Zonenplan. Die wesentliche Grundsätze für die künftige Entwicklung Thun sind im Entwurf „Stadtentwicklungskonzept 2035“ festgelegt. In diesem sind die räumlichen Entwicklungsziele und Schwerpunkte der Stadt Thun für die nächsten 20 Jahre definiert. Ein wichtiger Meilenstein der laufenden Ortsplanungsrevision ist mit dem Vorliegen des Entwurfs zum Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 erreicht. Massnahmen und Umsetzungsmöglichkeiten bilden die Grundlage für die Anpassung des Baureglements und Zonenplans sowie für die strategische und räumliche Entwicklung der Stadt Thun.

Was ist das STEK 2035?

Das STEK zeigt Strategien auf, mit denen der Gemeinderat die räumlichen Herausforderungen angehen will, damit die hohe Lebensqualität in Thun erhalten und gestärkt werden kann. Im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision nimmt das STEK 2035 eine eigentliche Schlüsselrolle ein und bildet die Grundlage für die Anpassung der baurechtlichen Grundordnung (Zonenplan und Baureglement), die Begleitung von Areal- und Gebietsentwicklungen, die mittel- bis langfristige Infrastruktur- und Investitionsplanung der Stadt sowie für den Verkehr und für Siedlungskonzepte, Landschaftsentwicklung und die Gestaltung des öffentlichen Raums.

Karte STEK 2035

Weitere Unterlagen zur Mitwirkung STEK 2035 finden sie unter hier.

Fünf strategische Schwerpunkte

Dazu ist eine Gesamtbetrachtung der von der Stadtentwicklung betroffenen Themen zwingend. Für eine sorgfältige Abstimmung der Entwicklungsherausforderungen sind die nachfolgenden fünf Strategien als aufeinander aufbauendes und ineinandergreifendes System zu verstehen.

 

Strategie Wohnen

Mit der Strategie Wohnen belebt die Stadt Thun ihre Quartiere und sorgt für eine gute soziale Durchmischung. Die Strategie zeigt die für ein erwartetes Wachstum geeignete Stadtgebiete auf und entlastet dadurch den Entwicklungsdruck anderer Gebiete.

Die unterschiedlichen Quartieratmosphären verflechten sich ineinander und bilden einen vielfältigen Siedlungskörper aus, der städtische, vorstädtisch-suburbane und dörflich-ländliche Charakteren auf überschaubarem Raum vereint.

Strategiekarte Wohnen

 

 

Strategie Arbeiten

Mit der Strategie Arbeiten werden gute Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der heutigen Gewerbe-, Industrie- und Arbeitsnutzungen geschaffen aber auch Flächen für die Ansiedlung zusätzlicher Arbeitsplätze verfügbar gemacht. Im Hinblick darauf, dass der grösste Wachstum im Bereich der Dienstleistungen zu erwarten ist, werden Arbeits- und Wohnnutzungen in Zukunft vermehrt in sogenannten Mischgebieten kombiniert. Reine Arbeitsgebiete sind für emissionsintensive Nutzungen sowie für spezifische Nutzungen wie das Militär vorgesehen.

Strategiekarte Arbeiten

 

 

Strategie Mischgebiete-Zentren

Mit der Strategie Mischgebiete und Zentren wird die Innenstadt gestärkt und gleichzeitig durch die Bildung neuer, attraktiver und gut erreichbarer Nebenzentren entlastet. Bereits bestehende Versorgungsschwerpunkte werden gezielt ergänzt und zu attraktiven Nebenzentren verdichtet, womit sie ihre Wirkung für städtische Funktionen entfalten.

Mischgebiete bilden das entscheidende Bindeglied zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Die Quartierzentren umfassen Angebote des täglichen Bedarfs, für Freizeit und Bildung sowie weitere soziale und öffentliche Institutionen.

Strategiekarte Mischgebiete – Zentren

 

 

Strategie Landschaft und Freiräume

Mit der Strategie Landschaft werden klare Grenzen zum kompakten Siedlungskörper gezogen. Damit werden die umliegenden ökologisch und landschaftlich wertvollen Lebensräume bewahrt und gestärkt sowie Kulturlandflächen für die landwirtschaftliche Nutzung gesichert. Gleichzeitig werden die Nutzungsvielfalt und die optimale Zugänglichkeit zu den Landschaftsräumen um Thun wie auch zu den inneren Frei- und Grünräumen gefördert.

Bei dichter werdenden Siedlungsgebieten gilt es im Gegenzug, den Qualitäten der öffentlichen Frei- und Grünräume mehr Gewicht zu geben.

Strategiekarte Landschaft und Freiräume

 

 

Strategie Mobilität und Stadtraum

Mit der Strategie Stadtraum und Mobilität werden die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und die Orientierung in der Stadt verbessert. Strassenräume werden zu gut gestalteten und lesbaren Räumen mit hoher Aufenthaltsqualität weiterentwickelt. Die Abwicklung des Verkehrs wird auf das lokale Umfeld abgestimmt, die Anteile des Fuss-, Velo- und des öffentlichen Verkehrs werden erhöht, um damit den Gesamtverkehr flüssig abwickeln zu können.

Im Zuge der Siedlungsentwicklung nach innen rückt der Fokus jedoch auf die Möglichkeiten, die Verkehrsräume auch als Räume des öffentlichen Lebens zu lesen und damit einen neuen Umgang mit dem Verkehr und seinen Infrastrukturen für die gestalterische Aufwertung der Stadträume zu finden.

Strategiekarte Mobilität und Stadtraum

Wie können Sie mitwirken?

Dem Gemeinderat ist es ein grosses Anliegen, dass dieses für die Zukunft Thuns wichtige Instrument zusammen mit der Bevölkerung entwickelt wird. Im Rahmen verschiedener Anlässe zur laufenden Ortsplanungsrevision wurde es auch eingebragt. Die öffentliche Mitwirkung zum STEK 2035 findet vom 15. Juni bis zum 24. August 2018 statt. Hier finden Sie sich die Mitwirkungsmöglichkeiten.

Der Gesamtbericht „Stadtentwicklungskonzept STEK 2035“ für die Mitwirkung ist unter dem folgenden Link einsehbar:

Stadtentwicklungskonzept Thun STEK 2035