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RGSKRegionales Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept. Mit dem RGSK sollen Verkehrs- und Siedlungsentwicklungen auf Stufe Region mittel- bis langfristig abgestimmt und in Einklang gebracht werden.

siehe auch: RGSK

 

 

 

Das Agglomerationsprogramm ist ein Planungsinstrument und soll gemeinde-, zum Teil auch kantons- und landesübergreifend die Verkehrssysteme der Agglomerationen verbessern und die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung koordinieren. Dazu legen die Trägerschaften das Zukunftsbild für die Agglomerationsentwicklung fest und erarbeiten entsprechende Strategien und Massnahmen. Die Massnahmen sind zeitlich priorisiert (A-, B- und C-Liste). Mit der Einreichung eines Agglomerationsprogramm wird ein Antrag auf Bundesbeiträge für die Verkehrsinfrastruktur gestellt. Ein Beispiel einer solchen Infrastruktur ist der Bypass Thun Nord als Massnahme aus dem ersten Agglomerationsprogramm.

 

siehe auch: Agglomerationsprogramm

 

 

Als Zonen für öffentliche Nutzung werden im Nutzungsplan Grundstücke oder Grundstücksteile ausgewiesen, welche die Gemeinde im öffentlichen Interesse benötigt.

Beispiele für solche Nutzungen sind

• Schulen
• Verwaltungsgebäude
• Parks
• Sportanlagen

siehe auch

Baureglement (BauR) Art. 22 [PDF, 1.00 MB]
BauG Art. 77

Die Zone für Sport- und Freizeitanlagen umfasst jene Flächen, die für die sportliche Betätigung und die Erholung bestimmt sind.

Wohnzonen markieren im Nutzungsplan jene Grundstücke, die für die Wohnnutzung reserviert sind.

Ein gewisser Anteil an Arbeitsnutzung ist nur dann erlaubt, wenn das gesunde und ruhige Wohnen nicht gestört wird.

siehe auch:

Baureglement (BauR) Art. 20 [PDF, 1.00 MB]
kantonale Bauverordnung (BauV) Art. 90

Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung prüft die Planungsvorlagen vor. Im Rahmen dieses Vorprüfungsverfahrens prüfen die kantonalen Fachstellen und Ämter die Planung auf die Vereinbarkeit mit übergeordnetem Recht.

siehe auch: kantonales Baugesetz (BauG) Art. 59ff

 

Mit Visualisierung oder Veranschaulichung (Sichtbarmachen) meint man im Allgemeinen, abstrakte Daten (z. B. Texte) und Zusammenhänge in eine graphische bzw. visuell erfassbare Form zu bringen.

Die Raumplanung befasst sich insbesondere mit den raumwirksamen Aspekten der Versorgung, d.h. mit Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern und Dienstleistungen (u.a. Einkaufsmöglichkeiten, Poststelle, Banken, Restaurants, etc.), deren Standorte, deren Bedeutung für die Besiedlung und deren Auswirkungen.

Der Verpflichtungskredit gibt die Ermächtigung, für ein bestimmtes Vorhaben oder eine Gruppe gleichartiger Vorhaben bis zum bewilligten Höchstbetrag finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Ein solcher Kredit wird je nach Höhe vom Gemeinderat oder dem Stadtrat erteilt oder in einer Volksabstimmung bewilligt.

Die kantonale Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV) vereinheitlicht die allgemeinen Fachbegriffe und Vorgehensweisen zur Vermessung von Gebäudedimensionen und Abständen. Die Regelung entstand als Folge des Beitrittes des Kantons Bern zur interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB).

Mit Inkrafttreten der interkantonalen Vereinbarung 2010 bekamen die bernischen Gemeinden eine Übergangsfrist bis Ende 2020, um ihre Bestimmungen ebenfalls zu überprüfen und an die BMBV anzupassen.

Die Revision der Baurechtlichen Grundordnung von Thun setzt die Vorgaben der BMBV um.

Umzonen bedeutet, ein bestimmtes Grundstück einer anderen Nutzungszone zuzuweisen. Der Ausdruck umfasst
• Zonenänderungen innerhalb der Bauzone
Einzonungen
Auszonungen

Die Uferschutzzone dient der Erhaltung von Gewässern und Ufern als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten und -gemeinschaften sowie dem Schutz der Landschaft.

Dank dem See- und Flussufergesetz (SFG) von 1982 verfügt der Kanton über eine fast lückenlose See- und Flussuferplanung entlang dem Lauf der Aare und den Ufern der grossen Berner-Seen. Einerseits sollen die Ufergebiete der öffentlichen Gewässer auf sinnvolle Art und Weise der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Andererseits sollen wertvolle Uferlandschaften erhalten, wieder hergestellt und vor unerwünschten Eingriffen geschützt werden.

Die insgesamt 92 SFG-pflichtigen Gemeinden erstellen dazu Uferschutzpläne. Der Uferschutzplan legt die Uferschutzzone, den Uferweg, allgemein benutzbare Freiflächen sowie Massnahmen zur Erhaltung naturnaher Uferlandschaften fest.

Überbauungsordnungen ergänzen den Nutzungsplan und das Baureglement mit standortspezifischen Auflagen bzw. Ausnahmen. Die Gemeinde kann somit gezielt Einfluss auf die Gestaltung besonders heikler Areale oder für die Ortsentwicklung besonders wichtiger Gebiete nehmen.

Eine Überbauungsordnung regelt in einem festgelegten Planungsperimeter detailliert

• die Erschliessung
• die baulichen Nutzungen
• die Schutzobjekte
• die Aussenräume
• die Umgebung
• die freizuhaltenden Bereiche

Eine Überbauungsordnung besteht aus

• einem Überbauungsplan
• spezifischen Überbauungsvorschriften

siehe auch: kantonales Baugesetz (BauG) Art. 88ff

Stadtbild ist zumeist ein kulturgeographischer Begriff, der auch häufig im alltäglichen Sprachgebrauch Verwendung findet. Er bezeichnet die Wirkung und subjektive Wahrnehmung eines urbanen Raums durch die Gesamtheit seiner kulturellen und natürlichen Bestandteile.

Somit ist mit dem Stadtbild vor allem die optische Wahrnehmung einer Stadt in ihrer Gesamtheit gemeint.

Siedlungen umfassen Bauten und Anlagen für das Wohnen und Arbeiten, für die Versorgung, Bildung und Erholung sowie für den Verkehr und die Kommunikation.

Siedlungsentwicklung nach Innen (oder innere Verdichtung) findet dort statt, wo bereits (teilweise) überbautes Land intensiver genutzt wird. Siedlungsentwicklung nach innen hat zum Ziel, den Boden haushälterisch zu nutzen.

Mögliche Massnahmen sind:

• Neubauten in Baulücken
• Anbauten
• Aufbauten (z.B. zusätzliche Stockwerke)
• Umnutzungen bestehender Gebäude
• Mehrfachnutzungen bestehender Gebäude

Oft muss hierfür zunächst die Baurechtliche Grundordnung angepasst werden. Dies geschieht in der Praxis zumeist punktuell: mittels Sondernutzungsplänen für einzelne Siedlungsabschnitte.

Eine verstärkte Siedlungsentwicklung nach innen ist ein zentrales Ziel der laufenden Thuner Ortsplanungsrevision.

Konzepte und Sachpläne sind Planungen im Sinne des Raumplanungsgesetzes. Sie ermöglichen unter Berücksichtigung der anzustrebenden räumlichen Entwicklung des Landes eine umfassende Planung und Koordination raumwirksamer Bundestätigkeiten.

Sachpläne sind konkreter als Konzepte und enthalten entsprechend klare Handlungsanweisungen. Sie äussern sich zur Eignung von Standorten und Linienführungen, sie zeigen konkrete räumliche Zusammenhänge und Auswirkungen auf und enthalten konkrete Angaben zur Realisierung der Vorhaben (zeitlicher Ablauf, finanzielle Mittel).

Mit dem überkommunalen Richtplan Energie sollen Raumentwicklung und Energienutzung besser aufeinander abgestimmt werden, die Energieeffizienz erhöht, die erneuerbaren Energieträger gefördert und die Leitlinien der künftigen Entwicklung festgelegt werden.

Der Richtplan Energie wurde im Oktober 2013 vom Kanton genehmigt und umfass die Gemeinden Thun, Steffisburg, Heimberg und Uetendorf.

 

 

 

Raumplanung ist das gezielte Eingreifen auf die räumliche Entwicklung der Gesellschaft, der Wirtschaft und der natürlichen, gebauten und sozialen Umwelt in einem bestimmten Gebiet.

Als Überbegriff umfasst die Raumplanung alle räumlichen Planungen des Staates

• auf allen Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde)
• in allen raumrelevanten Sachgebieten – z.B. Verkehr, Umwelt, Wirt-schaft, Gesellschaft usw.

Die Raumplanung nimmt eine Koordinationsfunktion wahr, indem sie die räumlichen Problemfelder wahrnimmt und diese im Raum abzustimmen versucht. Sie soll den Lebensraum im Gesamtzusammenhang und die Entscheidungs- und Handlungsspielräume kommender Generationen berücksichtigen.

siehe auch: eidgenössisches Raumplanungsgesetz

Die Quartierversorgung befasst sich mit den raumwirksamen Aspekten der Versorgung eines Quartiers, d.h. mit Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern und Dienstleistungen (u.a. Einkaufsmöglichkeiten, Poststelle, Banken, Restaurants, etc.), deren Standorte, deren Bedeutung für die Besiedlung und deren Auswirkungen.

In der Raumplanung steht der Begriff Perimeter für ein scharf abgegrenztes Betrachtungsgebiet.

Planungsinstrumente sind Werkzeuge, mit denen Behörden die Entwicklung des Raumes beeinflussen.

Planungsinstrumente gibt es auf allen administrativen Ebenen. Die wichtigsten Instrumente sind:

Konzepte und Sachpläne auf Bundesebene
behördenverbindliche Richtpläne auf Kantonsebene
grundeigentümerverbindliche Nutzungspläne auf Gemeindeebene

Partizipation bedeutet die Mitwirkung und Beteiligung der Bevölkerung.

Die kommunale Ortsplanung ist regelmässig an die laufenden Entwicklungen und Erkenntnisse anzupassen.

Die Ortsplanungsrevision dient der Überprüfung, Überarbeitung und Aktualisierung vorhandener, planungsrechtlicher Grundlagen sowie der Anpassung dieser Grundlagen an geänderte Voraussetzungen. Dazu gehören etwa die Revision des Raumplanungsgesetzes, die Anpassung des kantonalen Richtplans oder die Baugesetzrevision.

 

Die Ortsplanung befasst sich mit der räumlichen Ordnung und Entwicklung des Gemeindegebietes.

Der Gemeinderat als Planungsbehörde ist für den Prozess und die Ergebnisse verantwortlich. In einer Ortsplanung erarbeiten die Gemeinden entsprechend ihren Verhältnissen und Bedürfnissen Grundlagen, Planungsinstrumente und Reglemente.

 

Der öffentliche Verkehr umfasst allgemein zugängliche Verkehrsmittel wie

• Busse
• Trams
• Bahnen
• Flugzeuge
• Schiffe

Öffentliche Verkehrsmittel verfügen über bekannte Abfahrtszeiten und Haltestellen und sind in der Lage, mehrere Personen gleichzeitig zu befördern. Anbieter des öffentlichen Verkehrs erfüllen einen öffentlichen Auftrag.

Im engeren Sinn bezeichnet der öffentliche Raum den Teil der Gemeindefläche, welcher der Öffentlichkeit frei zugänglich ist und von der Gemeinde bewirtschaftet und unterhalten wird.

Im Allgemeinen fallen hierunter

• öffentliche Verkehrsflächen für Fussgänger-, Fahrrad- und Kraftfahr-zeugverkehr
• Parkanlagen
• Plätze

In einer weiteren Definition können auch öffentlich zugängliche Räume mit eingeschlossen sein wie etwa:

• Einkaufszentren
• Innenhöfe
• Sportstadien
• …

Nutzungszonen regeln grundeigentümerverbindlich und parzellenscharf die zulässige Nutzung hinsichtlich Ort, Art und Mass.

Der Nutzungsplan unterscheidet zwischen:

• Regelbauzonen (z.B. Wohnen W2)
• Spezialzonen (Zone mit Planungspflicht)

Die Nutzungsplanung ist der Prozess des Erarbeiten resp. Überarbeitens des Nutzungsplans.

Der Nutzungsplan (auch Zonenplan) regelt, wie der Boden genutzt werden darf – der Nutzungsplan teilt das Gemeindegebiet den verschiedenen Nutzungszonen zu.

 

Nutzung im Zusammenhang mit der Raumplanung ist die Verwendung einer Zone zu einem bestimmten Zweck. Dieser wird im Nutzungsplan festgelegt.

Naturlandschaften sind Gebiete, die von Menschen weitgehend und für lange Zeit ungenutzt und unbeeinflusst sind. Der Begriff wird aber auch verwendet für Teile von nicht oder wenig genutzter Kulturlandschaft mit bedeutenden Anteilen an naturnaher Fauna und Flora, Boden und Wasser.

Naturlandschaften definieren sich also in Abgrenzung zur Kulturlandschaft, die beispielsweise durch eine landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. In der Schweiz finden sich nur noch wenige wirkliche Naturlandschaften.

Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen / sich regenerieren kann.

Nachhaltigkeit besteht aus 3 Komponenten:

• Ökologie: Erhalt von Natur und Umwelt
• Ökonomie: tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand
• Soziales: Entwicklung der Gesellschaft durch Partizipation für alle Mitglieder

Thun legt Wert auf nachhaltige Entwicklung, die sowohl für die heutige als auch die künftigen Generationen optimale Voraussetzungen schafft.

Motorisierter Individualverkehr (MIV) umfasst insbesondere den Auto- und Motorradverkehr.

Ziel des Mobilitätsmanagements ist es, die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen möglichst effizient und schonend zu befriedigen, d.h. Emissionen und andere negative Effekte der Mobilität zu verringern und damit eine nachhaltige, also effiziente, sozial- und umweltverträgliche Mobilität zu ermöglichen.

 

Untergeordnetes Ziel ist dabei die Veränderung der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) in Richtung umweltfreundlicher, nachhaltiger Verkehrsmittel.

Räumliche Mobilität ist die Beweglichkeit von Menschen und Gütern im geografischen Raum – es ist die Fähigkeit räumliche Entfernungen zu überwinden. Dazu gehören verschiedenste Formen der Bewegung:

  • das Pendeln zur Arbeit
  • das Zurücklegen von Einkaufswegen
  • das Joggen, Wandern, Spazieren
  • der Transport von Gütern

 

Mitwirkung bedeutet Äusserung zum Planungsvorhaben in dem Moment, wo die wesentlichen Entscheide noch nicht gefallen sind. Als Minimum verlangt das Eidgenössische Raumplanungsgesetz (Art. 4), dass die für die Planung verantwortliche Behörde

 

  • Planentwürfe zur allgemeinen Ansichtsäusserung freigibt
  • Vorschläge und Einwände aus der Bevölkerung entgegennimmt
  • Vorschläge und Einwände inhaltlich kurz beantwortet

 

siehe auch:

 

kantonales Baugesetz (BauG) Art. 58

Erfährt eine Parzelle durch eine planerische Massnahme – etwa eine Ein- oder Aufzonung – einen Mehrwert, wird dieser in der Stadt Thun gestützt auf die städtische Verordnung über den Ausgleich von Planungsmehrwerten ausgeglichen. Das heisst: 30-40 % des entstehenden Mehrwerts müssen der Stadt zugeführt werden. Die Mittel werden zweckgebunden für die Erstellung öffentlicher Infrastrukturen wieder eingesetzt.

Das Raumplanungsgesetz ermöglicht es den Gemeinden, solche Regelungen zu treffen.

Ein Leitbild ist eine planerische Zukunftsvorstellung raumplanerischer Kernelementen wie Siedlung, Landschaft oder Verkehr.

Die Konzepte, Zielsetzungen und Massnahmen im Leitbild werden in der Regel durch den Gemeinderat verabschiedet und sind behördenanweisend.

Langsamverkehr umfasst alle Formen des nicht-motorisierten Individualverkehrs, also insbesondere den Fuss- und Veloverkehr.

Die Landwirtschaftszone ist ein Nichtbau-Gebiet und dient primär der landwirtschaftlichen Nutzung.

 

Als Landschaft wird entgegen der landläufigen Meinung nicht nur die Fläche ausserhalb des Siedlungsgebiets bezeichnet sondern umfasst den ganzen Raum, wie wir ihn wahrnehmen und erleben. Landschaften sind dynamische Wirkungsgefüge und entwickeln sich aufgrund natürlicher Faktoren und durch die menschliche Nutzung und Gestaltung laufend weiter.

Das Siedlungsgebiet ist also ein Teil der vom Mensch geprägten Landschaft, im Gegensatz zur vom Mensch unbeeinflussten Naturlandschaft, wie sie in der Schweiz nur noch an ganz wenigen Orten existiert.

Kulturlandschaft bezeichnet von Menschen und ihrer land- und forstwirtschaftlichen Nutzung geprägte Landschaft mit ihrer Fauna und Flora.

Ein Konzept ist ein umfassendes, ressortübergreifendes System von aufeinander abgestimmten Zielen und Massnahmen.

Im Unterschied zu Richtplänen sind Konzepte

• allgemein gehalten
• weisen in der Regel einen geringeren Verbindlichkeitsgrad auf

Im Unterschied zu Leitbildern beinhalten Konzepte neben den Zielen auch die Massnahmen, um diese zu erreichen.

Der Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) führt die wichtigsten Beschränkungen auf, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und behördlicher Erlasse auf ein Grundstück wirken (z.B. Bauzonen). Somit ergänzt der ÖREB-Kataster das Grundbuch, das die privatrechtlichen Einschränkungen enthält. Mit dem ÖREB-Kataster werden Eigentumsbeschränkungen zentral, offiziell und zuverlässig dargestellt.

Unter Kataster wird im Allgemeinen ein Register, eine Liste oder Sammlung von Dingen oder Sachverhalten mit Raumbezug verstanden.

Dieses Gesetz bezweckt eine ausgewogene und haushälterische Nutzung des Bodens sowie eine sinnvolle und den Bedürfnissen der Bevölkerung und Wirtschaft dienende Besiedlung des Kantons, unter Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Ortsbilder und der Schönheit und Eigenart der Landschaft. Es regelt die Anforderungen, die aus Gründen der Raumplanung, der Bausicherheit und Bauordnung, der sparsamen Energieverwendung und der Umwelt an Bauten und Anlagen zu stellen sind.

Der Richtplan ist ein zentrales Planungsinstrument auf kantonaler Ebene. Darin legt der Kanton mit Texten und Karten behördenverbindliche Zielsetzungen fest und stimmt die erforderlichen Massnahmen aufeinander ab. Inhaltlich befasst sich die Richtplanung mit Bereichen wie Siedlung, Landschaft, Verkehr oder kantonalen öffentlichen Anlagen und Bauten.

Die Planungsbehörden der Gemeinden sind an diese Vorgaben gebunden und müssen ihre eigenen Richtpläne entsprechend anpassen.

Der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe gehören 14 Kantone an: AG, BE, BL, FR, GR, LU, NE, OW, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG. Sie haben sich verpflichtet, 30 formelle Baubegriffe zu vereinheitlichen – etwa die Definitionen von Höhen, Abständen oder Nutzungskoeffizienten. Damit lauten in allen angeschlossenen Kantonen die entsprechenden Begriffe gleich und werden gleich verwendet.

Der Kanton Bern ist seit 2008 dabei – die Einführung der neuen Begriffe und Messweisen im Kanton Bern erfolgt mit der Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV).

Unter Interdisziplinarität versteht man die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder zumindest Methoden verschiedener Fachrichtungen.

Innenentwicklung bezeichnet im Städtebau die Strategie, den zukünftigen Flächenbedarf durch die Nutzung von innerörtlicher, bereits erschlossenen Flächen zu decken und auf die Ausweisung von Flächen auf der Grünen Wiese weitgehend zu verzichten.

Boden ist ein beschränktes Gut. Die Bundesverfassung (Art. 75) verlangt deshalb eine haushälterische Bodennutzung, das heisst den vorsichtigen und umsichtigen Umgang mit dem Boden.

Dieses Ziel soll erreicht werden durch:

• Einschränkung des Flächenbedarfs
• optimale, räumliche Zuordnung der verschiedenen Bodennutzungen

Die Grünflächenziffer (GZ) legt fest, wie viel Fläche eines Grundstücks mindestens begrünt und/oder bepflanzt sein muss. Als anrechenbare Grünfläche gelten natürliche und/oder bepflanzte Bodenflächen eines Grundstücks, die nicht versiegelt sind und die nicht als Abstellflächen dienen.

Die Stadt Thun kennt die Grünflächenziffer im Baureglement und Zonenplan allerdings nicht.

Die Grundnutzungszone legt fest, wofür Grundstücke innerhalb der Zone hauptsächlich genutzt werden dürfen.

Als Grundnutzungszonen gelten die 3 Zonenarten:

Bauzone
• Landwirtschaftszzone
• Schutzzone

Die Grundnutzungszonen sind im Nutzungsplan geregelt.

siehe auch: eidgenössisches Raumplanungsgesetz (RPG) Art. 14ff

Grundeigentümerverbindliche Bestimmungen müssen nicht nur von den Behörden, sondern auch von allen Personen beachtet werden – insbesondere Grundbesitzenden und Bauherren.

Die Inhalte der Baurechtlichen Grundordnung sind grundeigentümerverbindlich.

Das Gesetz bezweckt, die Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen. Es dient insbesondere:

• der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen
• der Sicherstellung und haushälterischen Nutzung des Trink- und Brauchwassers
• der Erhaltung natürlicher Lebensräume für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt
• der Erhaltung von Fischgewässern
• der Erhaltung der Gewässer als Landschaftselemente
• der landwirtschaftlichen Bewässerung
• der Benützung zur Erholung
• der Sicherung der natürlichen Funktion des Wasserkreislaufs.

Der Gewässerraum dient der Sicherung des Raumes für die Gewässer. Der Gewässerraum für Fliessgewässer ist ein Korridor einer bestimmten Breite, welcher das Fliessgewässer selbst, den Uferbereich und in bestimmten Fällen auch das Umland umfasst. Er wird aufgrund der Breite der Gewässersohle bestimmt, welche des Gewässers im natürlichen, unverbauten Zustand aufweisen würde.
Für stehende Gewässer umfasst der Gewässerraum das Gewässer selbst und einen Streifen von mindestens 15 m Abstand, gemessen ab der Uferlinie (Art. 41b GSchV).

Die Stadt Thun hat in ihrem gültigen Baureglement von 2002 für die Aare sowie die Seeufer einen minimalen Gewässerabstand von 20 m festgelegt.

Das GIS dient der Erfassung, Aufbereitung, Analyse, Auswertung und Darstellung raumbezogener Daten. Geografische Informationssysteme umfassen die Hardware, Software sowie Daten und Anwendungen.

Dieses Gesetz bezweckt, dass Geodaten über das Gebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft den Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Wissenschaft für eine breite Nutzung, nachhaltig, aktuell, rasch, einfach, in der erforderlichen Qualität und zu angemessenen Kosten zur Verfügung stehen.

Geodaten sind digitale Informationen, denen auf der Erdoberfläche eine bestimmte räumliche Lage zugewiesen werden kann.

Sind Pläne und Vorschriften durch das zuständige Organ der Gemeinde angenommen, so werden diese dem AGR zur Genehmigung eingereicht. Dieses prüft, ob die Planung rechmässig ist und bei Einsprachen auch die Zweckmässigkeit. Im Weiteren prüft das AGR, ob die Anliegen aus dem Vorprüfungsbericht berücksichtigt sind und entscheidet über die unerledigten Einsprachen.

Fruchtfolgeflächen umfassen das beste ackerfähige Kulturland – sie sind der Landwirtschaftszone zugeordnet.

Fruchtfolgeflächen machen rund 40 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz aus. Sie stehen unter besonderem Schutz, da sie für die Versorgungssicherheit wichtig sind.

siehe auch eidgenössische Raumplanungsverordnung (RPV) Art. 26

Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen.

Energiestädte

  • fördern erneuerbare Energien
  • fördern umweltverträgliche Mobilität
  • setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen

Vergeben wird das Label durch den Trägerverein Energiestadt an Gemeinden, die mindestens 50 % der vorgegebenen Massnahmen umgesetzt haben.

Die Stadt Thun trägt seit 2010 das Energiestadt-Label und hat 2015 das erste Audit mit einem Erfüllungsgrad von 63 % erfolgreich bestanden.

Einzonen bedeutet das Zuweisen eines Grundstückes zur Bauzone.

Die Geschossfläche setzt sich nach SIA-Norm 416 aus folgenden Komponenten zusammen:

 

  • Nutzungsfläche (z.B. Wohnzimmer, Waschküche, Garage)
  • Verkehrsfläche (z.B. Treppen ausserhalb der Wohnung)
  • Funktionsfläche (z.B. Räume für Haustechnikanlagen)
  • Konstruktionsflächen (z.B. Aussen- und Innenwände)

 

Mit der Umsetzung der kantonalen Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen BMBV ersetzt die Geschossfläche den gängigen Begriff Bruttogeschossfläche.

Unter “aktiver Bodenpolitik” sind die Festlegung von Grundsätzen und Zielen in Bezug auf bebaute oder unbebaute Grundstücke sowie Liegenschaften/Gebäude zu verstehen. Unter die Aktivitäten der Bodenpolitik fallen das vorausschauende Planen des Landbedarfs, welcher für die Entwicklung der Gemeinde und die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben nötig ist, die Beobachtung des Liegenschaftsmarktes und das rechtzeitige Agieren, um Grundstücke zu sichern. Ebenfalls Bestandteil der Bodenpolitik ist der Verkauf von gemeindeeigenen Grundstücken aus dem Finanzvermögen, der Abtausch oder die Abgabe im Baurecht. Bodenpolitik steht im Einklang mit der Ortsplanung. Sie beeinflussen sich gegenseitig, indem Ein- oder Umzonung von Landflächen sowie die Abschöpfung von Planungsmehrwerten geplant und realisiert werden.

Behördenverbindliche Planungsinstrumente sind für die zuständige Planungsbehörde bei allen künftigen Entscheidungen und Massnahmen zu beachten.

So ist etwa der Thuner Gemeinderat dazu verpflichtet, keine Massnahmen zu treffen, die den Zielen der geltenden Richtpläne widersprechen.

Bauzonenreserven sind unüberbaute Bauzonen.

Bauzonen umfassen das Land, das sich für die Überbauung eignet und weitgehend überbaut ist oder voraussichtlich innert 15 Jahren für die Siedlungsentwicklung benötigt und erschlossen wird. Bauzonen sind im Nutzungsplan einer Grundnutzungszone und einer Nutzungsart zugeordnet.

 

siehe auch: Eidgenössisches Raumplanungsgesetz (RPG) Art. 15[da1]
[da1]

 

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19790171/index.html#a15

 

 

Das Baureglement bildet zusammen mit dem Zonenplan die baurechtliche Grundlage in der Stadt Thun. Es enthält die allgemeinen Bauvorschriften, Vorschriften zu den im Zonenplan eingetragenen Zonen.

Die baurechtliche Grundordnung besteht aus 2 Planungsinstrumenten:

  • Zonenplan
  • Baureglement

Die baurechtliche Grundordnung deckt das gesamte Gemeindegebiet ab und ist grundeigentümerverbindlich. Sie kann als Bauverfassung der Gemeinde angesehen werden und ist ihrerseits dem Bundes- und Kantonsrecht untergeordnet.

 

Das Baulinienkataster ist das Register, in welchem die gültigen Baulinien verzeichnet sind.

Baulinien geben Grundeigentümern verbindlich vor, wie nahe an öffentliche Anlagen wie beispielsweise eine Strasse, eine Werkleitung oder an die Waldgrenze gebaut werden darf. Sie sichern dadurch Erschliessungs- und Unterhaltskorridore für die öffentliche Infrastruktur. Baulinien geben reglementarischen Grenzabständen vor.

Die Baulinien sind im Baulinienkataster eingezeichnet.

Als Bauland bezeichnet man unbebaute eingezonte Grundstücke.

Das kantonale Bauinventar erfasst, beschreibt und bewertet Baudenkmäler. Das Spektrum reicht vom Bauernhaus bis zur städtischen Grossüberbauung, vom gewerblichen Kleinbau bis zum Industriekomplex, von der Arbeitersiedlung bis zum Schloss.

Das Bauinventar

 

·       dient der Forschung

·       ist eine zentrale Grundlage für die Arbeit der Denkmalpflege

·       liefert Gemeinden, Grundeigentümern und einer breiten Öffentlichkeit eine Gesamtschau des historischen Baubestandes im Kanton

Das Bauinventar wird beim Beurteilen von Baugesuchen beigezogen und ist eine Planungsgrundlage für die Behörden bei der Nutzungsplanung.

Baudenkmäler sind Objekte und Gruppen von Bauten, die wegen ihres besonderen kulturellen, historischen oder ästhetischen Wertes geschützt oder erhalten werden sollen. Das Kantonale Baugesetz zählt dazu:

 

  • Bauten
  • innere Bauteile
  • Raumstrukturen
  • feste Ausstattungen
  • Ortsbilder
  • Baugruppen
  • Gärten
  • Anlagen

 

Baudenkmäler werden in 2 Kategorien unterteil:

  • schützenswerte Baudenkmäler – dürfen nicht abgerissen werden
  • erhaltenswerte Baudenkmäler – ein Abbruch ist zulässig, wenn die Erhaltung unverhältnismässig ist

 

siehe auch:

Die Ausnützungsziffer bezeichnet das Verhältnis zwischen der anrechenbaren Grundstücksfläche und der Bruttogeschossfläche. Sie definiert die maximal zulässige Überbauung eines Grundstücks.

Beispiel: Bei einer Parzellenfläche von 1000 m² und einer Ausnützungsziffer von 0,6 darf die Fläche aller Geschosse des Gebäudes zusammen höchstens 600 m² betragen.

Gemäss der Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV) muss die Ausnzützungsziffer durch eine neue Messweise ersetzt werden. Welche dies in Thun sein wird, ist noch offen und Gegenstand der Ortsplanungsrevision.

 

Auszonen bedeutet, eine Fläche aus der Bauzone der Landwirtschaftszone zuzuweisen. Sie ist das Gegenteil des Einzonens.

Wenn das Nutzmass einer Zone erhöht wird, nennt man dies Aufzonung. Beispielsweise könnte eine dreigeschossige Wohnzone in eine viergeschossige Wohnzone umgezont werden. Dann könnte man ein Geschoss mehr bauen als zu vor. Also wurde die Zone «aufgezont».

Grundeigentümerverbindliche Planungen müssen publiziert und öffentlich aufgelegt werden. Während der gesetzlichen Auflage von 30 Tagen können lediglich legitimierte Personen, Schutzorganisationen und Vereine Einsprache erheben und ihre Rechte geltend machen.

Arbeitszonen markieren im Nutzungsplan jene Grundstücke, die mehrheitlich oder komplett für Arbeitsaktivitäten jeglicher Art reserviert sind. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass eine relativ hohe Lärmimmission erlaubt und die Wohnnutzung stark begrenzt bzw. nicht zugelassen ist.

 

siehe auch:

 

Baureglement (BauR) Art. 20 [PDF, 1.00 MB]

Von einem Wärmeverbund spricht man, wenn mehrere Liegenschaften die benötigte Wärme gemeinsam von einer externen Heizzentrale beziehen. Anstelle einer Vielzahl von dezentralen Heizungen gibt es nur noch eine Zentrale, welche mit entsprechenden Filteranlagen ausgestattet sehr tiefe Emissionswerte und höchste Wirkungsgrade erreicht.

Mit der Pflicht zum Anschluss an den Wärmeverbund gemäss Zonenplan bzw. Baureglement kann eine hohe Anschlussdichte erreicht und dadurch eine ökologisch und ökonomisch effiziente Wärmeversorgung der Liegenschaften im Anschlussperimeter gewährleistet werden.

Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung ist zuständig für die kantonale Raumplanung, übt die Aufsicht über die regionale und kommunale Raumplanung aus und beurteilt Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen. Es genehmigt kommunale Erlasse und Planungen und hat die Aufsicht über die Gemeindefinanzen. Das AGR gehört zur Justiz-, Gemeinden und Kirchendirektion (JGK) unter der Leitung von Regierungsrat Christoph Neuhaus.

Agglomeration sind zusammenhängende Gebiete mehrerer Gemeinden mit insgesamt mindestens 20’000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Zuteilung einer Gemeine zur Agglomeration verfolgt aufgrund einer Reihe detaillierter Kriterien wie:

  • baulicher Zusammenhang
  • Pendlerverflechtung
  • Einwohnerdichte
  • Arbeitsplatzdichtec
  • Bevölkerungswachstum

Die Agglomeration Thun zählt 80’000 Einwohner und umfasst die Gemeinden Thun, Spiez, Sigriswil, Oberhofen, Hilterfingen, Steffisburg, Tierachern, Uetendorf, Uttigen, Seftigen und Heimberg.

Abzonung ist das Gegenteil von Aufzonung. Es bedeutet, dass eine Parzelle einer tieferen Bauzone zugeteilt wird. Beispielsweise von einer Wohnzone W3 (dreigeschossig) in W2 (zweigeschossig).